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Rückblick WeltFAIRÄnderer-Woche

„Dass es so ein Großprojekt wird, hätten wir uns nicht träumen lassen“, meinte Irene Gimber am Sonntagabend beim Auftakt der „WeltFairÄnderer“-Woche auf dem Gelände der Ludwig-Erhard-Schule (LES). Gekommen waren in das kleine, kreisrunde Festzelt etwa 50 Eröffnungsgäste, die sich überwiegend aus Vertretern der am Programm beteiligten Organisationen zusammensetzten.

Willkommen heißen konnte Irene Gimber auch SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel, Landrat Dr. Achim Brötel, OB-Stellvertreter Josef Bittler, Dekan Johannes Balbach sowie Thomas Baumeister für den Pfarrgemeinderat der katholischen Seelsorgeeinheit „Mose“ Elz-Neckar. Den musikalischen Eingang – thematisch passend mit Michael Jacksons „Heal the World“ – gestalteten zunächst die Jugendmusiker Yasemin Ilgin und Johannes Weilguni gesanglich sowie am Keyboard.

hp


„Wir können die große Welt nicht verändern“, meinte Gimber – „aber da, wo wir stehen, können wir etwas tun“. Rückblickend sprach sie von der Entstehung der Idee, das Projekt „WeltFairÄnderer“ des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese Freiburg nach Mosbach zu holen. Und dabei stellte sie insbesondere die glückliche Fügung heraus, dass diese Intention nicht nur an der Pestalozzi-Realschule (PRS), wo sie selbst als Religionspädagogin tätig ist, sondern auch an der benachbarten LES bestand.

Dort leitet Christine Maurer-Wäcker einen „Schul-Weltladen“, der als Juniorenfirma von Schülern betrieben wird. Auf die „WeltFairÄnderer“ war sie mit ihrem Kollegen Michael Wick vor zwei Jahren bei der Fairen Handelsmesse in Stuttgart aufmerksam geworden. Schnell fand man sich als Organisationsteam zusammen und holte auch das ebenfalls im Schulzentrum „Katzenhorn“ beheimatete Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) in Person von dessen Schulsozialarbeiter Manuel Zin mit an Bord.

Als „Hausherr“ des Geländes sprach LES-Schulleiter Ralf Trabold auch für seine ebenfalls gekommenen Amtskollegen Jochen Herkert (NKG) und Marco Schirk (PRS). Es seien nicht zuletzt dank der „Kümmerer“ in der Organisation alle Voraussetzungen gegeben für eine „rundum gute Sache“. Die LES stehe als kaufmännische Schule für die „sozial-ökologische Marktwirtschaft“, welche „wegkommt vom Manchester-Kapitalismus“. Die drei Begriffe zusammenzubringen, so dass sich „für alle ein positiver Effekt“ ergibt, stehe letztlich auch hinter dem kirchlich getragenen Jugendprojekt, das man gerne unterstütze.

Für die zehnköpfige Gruppe von Jugendlichen und Honorarkräften des BDKJ aus Freiburg sprach Isabel Molz. Sie stellte dabei die praktische Durchführung der Schüler-Workshops vor, in denen „vieles spielerisch“ ablaufe. Wie viele Aktionen ganz unterschiedlicher Art nach den für die Schüler vorbehaltenen Vormittags-Workshops auch für die Öffentlichkeit stattfinden, zeigte Irene Gimber an dem recht umfänglichen Wochenplan auf:

Von Vorträgen über Buchlesungen zu kreativen Aktionsspielen wie „Wikingerschach“ oder „Menschenkicker“ bis hin zu Livemusik, Lagerfeuer und vielem mehr reicht das Angebot, da dürfte an den Nachmittagen kaum Langeweile aufkommen. Vorgestellt wurden ebenso die zahlreichen lokalen Sponsoren, welche insbesondere im Bereich Verpflegung einen wesentlichen Beitrag leisteten.

Dank sprach auch Landrat Dr. Achim Brötel aus, rückte den Begriff „Nachhaltigkeit“ in den Fokus und wünschte „gute Impulse für ein kleines Stück mehr Fairness auf unserer einen Welt“. Der ehrenamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Josef Bittler, freute sich, dass man mit der LES einen Standort ausgewählt habe, der „bestens geeignet“ sei. „Der Gedanke der Ethik ist noch nicht überall in der Wirtschaft so durchgedrungen“, aber ein wichtiges Anliegen, so Josef Bittler.

Zum Schwerpunktthema „Konsum“ und dessen Begleiterscheinungen umriss Christine Maurer-Wäcker einige Ansatzpunkte, für die man Jugendliche sensibilisieren wolle. Mit fairen Preisen im Welthandel gegenüber den Erzeugern in Drittländern könnte es vielen Menschen besser gehen, arbeitete sie heraus. Schließlich nahm Schuldekan Martin Schwarz ihre Worte auf und sprach den Segen für die Woche, bevor das Gesangsduo Yasemin Ilgin und Johannes Weilguni – mit „We are the World“ erneut durch einen Titel von Michael Jackson – zum Stehempfang überleitete.

RNZ, Mosbacher Nachrichten, 19. September 2017, Seite 5.

(Foto und Text: Frank Heuß)